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[DER KLEINE PRINZ]
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Kapitel 1]
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Kapitel 2]
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Kapitel 3]
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Kapitel 4]
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Kapitel 5]
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Kapitel 6]
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Kapitel 7]
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Kapitel 8]
[Kapitel 9]
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Kapitel 10]
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Kapitel 11]
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Kapitel 12]
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Kapitel 13]
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Kapitel 14]
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Kapitel 15]
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Kapitel 16]
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Kapitel 17]
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Kapitel 18]
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Kapitel 19]
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Kapitel 20]
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Kapitel 21]
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Kapitel 22]
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Kapitel 23]
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Kapitel 24]
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Kapitel 25]
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Kapitel 26]
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Kapitel 27]

THE LITTLE PRINCE

Kapitel 3

Kapitel 9

Ich glaube, dass er zu seiner Flucht einen Zug wilder Vögel benutzt hat. Am Morgen seiner Abreise brachte er seinen Planeten schön in Ordnung. Sorgfältig fegte er seine tätigen Vulkane. Er besaß zwei tätige Vulkane, das war sehr praktisch zum Frühstückkochen. Er besaß auch einen erloschenen Vulkan. Da er sich aber sagte: Man kann nie wissen! fegte er auch den erloschenen Vulkan. Wenn sie gut gefegt werden, brennen die Vulkane sanft und regelmäßig, ohne Ausbrüche. Die Ausbrüche der Vulkane sind nichts weiter als Kaminbrände. Es ist klar: Wir auf unserer Erde sind viel zu klein, um unsere Vulkane zu kehren. Deshalb machen sie uns so viel Verdruss.

Der kleine Prinz riss auch ein bißchen schwermütig die letzten Triebe des Affenbrotbaumes aus. Er glaubte nicht, dass er jemals zurückkehren müsse. Aber alle diese vertrauten Arbeiten erschienen ihm an diesem Morgen ungemein süß. Und, als er die Blume zum letztenmal begoß und sich anschickte, sie unter den Schutz der Glasglocke zu stellen, entdeckte er in sich das Bedürfnis zu weinen.

»Adieu«, sagte er zur Blume.

Aber sie antwortete ihm nicht.

»Adieu«, wiederholte er.

Die Blume hustete. Aber das kam nicht von der Erkältung.

»Ich bin dumm gewesen«, sagte sie endlich zu ihm. »Ich bitte dich um Verzeihung. Versuche, glücklich zu sein.«

Es überraschte ihn, dass die Vorwürfe ausblieben. Er stand ganz fassungslos da, mit der Glasglocke in der Hand. Er verstand diese stille Sanftmut nicht.

»Aber ja, ich liebe dich«, sagte die Blume. »Du hast nichts davon gewußt. Das ist meine Schuld. Es ist ganz unwichtig. Aber du warst ebenso dumm wie ich. Versuche, glücklich zu sein... Laß diese Glasglocke liegen! Ich will sie nicht mehr...«

»Aber der Wind...«

»Ich bin nicht so stark erkältet, dass... Die frische Nachtluft wird mir gut tun. Ich bin eine Blume.«

»Aber die Tiere...«

»Ich muß wohl zwei oder drei Raupen aushalten, wenn ich die Schmetterlinge kennenlernen will. Auch das scheint sehr schön zu sein. Wer wird mich sonst besuchen? Du wirst ja weit weg sein. Was aber die großen Tiere angeht, so fürchte ich mich nicht. Ich habe meine Krallen.«

Und sie zeigt treuherzig ihre vier Dornen. Dann fügte sie noch hinzu:

»Zieh es nicht so in die Länge, das ist ärgerlich. Du hast dich entschlossen zu reisen. So geh!«

Denn sie wollte nicht, dass er sie weinen sähe. Es war eine so stolze Blume.

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